Es ist jetzt ein Monat her, dass von den Banken die VoP-Nutzung aktiviert wurde. Der ganz große Orkan ist, bildlich gesprochen, zum Glück ausgeblieben. Die deutschen Banken aktivierten die relevanten Funktionalitäten nicht alle gleichzeitig, sondern zeitversetzt. Das führte in der Hotline zu einem stark erhöhten Call Aufkommen, der sich aber zum Glück über die Woche vom 6. bis 10. Oktober verteilte. Es zeigt sich aber, dass auch Anfang November bei den Kunden weiterhin zusätzliche Anpassungen durchgeführt werden müssen. Die Bankenwelt agiert heterogen. Wir kennen zwei Banken in Deutschland, die sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben halten. Bei diesen Banken werden SEPA-Sammler mit einer Überweisung nur über den Opt-in-Prozess verarbeitet. Alle anderen bei ATAQ-Kunden angebundenen Kreditinstitute lassen das Opt-out-Verfahren auch für diese Spezialfälle zu.
Die Nutzung der VoP-Prüfung wird von den Corporates derzeit sehr selektiv genutzt. Die Funktionalität ist nicht flächendeckend im Einsatz. Es gibt in der ATAQ-Familie nur einen Kunden, der zu 100% den Opt-in-Prozess durchläuft.
In den ersten zwei Wochen konnte festgestellt werden, dass es eine 50 zu 50 Verteilung bei den Rückmeldungen von den Empfängerbanken gab. Dabei gab es bei 50% keine Reaktion und die anderen 50% beinhalteten die drei anderen Statusmeldungen. Dieses Verhalten hat sich Anfang November zum Glück geändert. Keine Antworten/Protokolle kommen jetzt kaum noch vor. Hervorzuheben ist, dass auch Opt-in Anfragen bei SEPA-Zahlungen nach Frankreich und nach Spanien ein Ergebnis bei Kunden geliefert haben. Leider lässt der derzeitige Abgleich der Daten aus unserer Sicht noch zu wünschen übrig. Die Qualität ist stark bankenabhängig. Hier muss aus unserer Sicht nachgeschärft werden. Die genutzten Algorithmen auf Bankseite sind uns nicht bekannt. Wir sehen aber eine überschaubare positive Erkennung und erwarten zukünftig bessere Werte.
Die gelieferten Bankprotokolle sind, das zieht sich durch den ganzen Prozess, nicht homogen. Es mag sich um marginale Abweichungen zwischen den Banken handeln. Diese sind aber bei einer maschinellen Analyse und der damit verbundenen Auswertung signifikant. Wir erkennen hier eine unterschiedliche Interpretation der technischen Vorgaben. Das führt auf unserer Seite zu einem hohen programmtechnischen Aufwand. Der Interpretationsprozess ist unsererseits noch nicht abgeschlossen. Anpassungen werden derzeit konzipiert und müssen an Hand der gelieferten Daten angepasst bzw. verfeinert werden.
Außerdem hat sich das Antwortzeitverhalten der EBICS-Bankrechner verändert. Ende September und Anfang Oktober konnten wir feststellen, dass einige EBICS-Hosts temporär nicht erreichbar waren. Wir gehen davon aus, dass in der Zeit Programmänderungen für VoP eingespielt wurden. Dieses Verhalten ist jetzt nicht mehr zu beobachten. Es ist hervorzuheben, dass signifikant mehr Trafik generiert wird. Das wurde bei Gesprächen mit den Banken hervorgehoben und von deren Seite auch bestätigt. Die Entwicklung wird unsererseits beobachtet. Die Banken haben auf der Hostseite administrative Änderungen für die Nutzung des VoP-Prozesses durchgeführt. Auch hier ist zu vermerken, dass nicht alles zu hundert Prozent funktioniert hat. Die Banken zeigten sich, bis auf eine Ausnahme, bei notwendigen Anpassungen kooperativ und sehr lösungsorientiert.
Es ist aber hervorzuheben, dass das Wissen bei den Bankberatern in der Qualität stark schwankte. Dabei ist, aus heutiger Sicht, allerdings eine steile Lernkurve zu erkennen. Die Banken machen an dieser Stelle ihre Hausaufgaben sehr gut.
Fazit:
Bei der Einführung hat es geruckelt. Der Schritt, die gesetzlichen Vorgaben nicht komplett verpflichtend durchzusetzen, hat dazu geführt, dass die Umsetzung nicht im Chaos endete, sondern es trotz Reibungsverlust keine nennenswerten Schäden gab. Für alle Probleme gab es Lösungen. Die genutzten, technischen Plattformen auf Bankseite müssen weiter beobachtet werden. Hier muss noch einmal klargestellt werden, würden alle Kunden zu 100% auf Opt-in umstellen, wäre die derzeitige Infrastruktur komplett überfordert.
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